Peter-Pauls-Kathedrale Sankt Petersburg

In der weltberühmten Peter-Pauls-Kirche in Sankt Petersburg ist im Mai 2001 ein Glockenspiel mit 51 Glocken aufgebaut worden.

Geschichte

Zar Peter der Große besuchte während seines Lebens mehrere Male die Niederlande. Nicht nur der Schiffbau und andere Handwerksarten machten großen Eindruck auf ihn, sondern auch die Glockenspiele von Leiden und Amsterdam. Im Jahre 1720 kaufte er sein erstes Glockenspiel, das in der Peter-Pauls-Kirche eingebaut wurde. Leider wurde es 1756 durch Blitzeinschlag zerstört. Im Jahre 1760 kaufte Zarina Elisabeth Petrowna bei einem Uhrmacher aus Den Haag, namens Barend Oortkras, ein neues, von Johannes Nicholaus Derck hergestelltes Geläute.

Barend Oortkras zog mit einer Gruppe von Handwerksleuten ùnd dem Glockenspiel nach St. Petersburg. Als er dort eintraf, zeigte es sich, dass der Turm noch nicht restauriert worden war, so dass das Glockenspiel nicht eingebaut werden konnte. Barend Oortkras hat sein Geld nie bekommen und verstarb 1764 in Armut in St. Petersburg.

Im Jahre 1776 ist das Glockenspiel letztendlich von einem deutschen Uhrmacher eingebaut worden. Später geriet es in Verfall. Zur Zeit ist dieses alte Glockenspiel an eine neu aufgestellte Spielwalze angeschlossen.

1996 ist ein Komitee gegründet worden, das dank der Unterstützung durch 252 Sponsoren die benötigten Gelder zusammengebracht hat um damit den Bau eines neuen Glockenspiels zu finanzieren. Die treibende Kraft hinter diesem Projekt war der berühmte Glockenist Jo Haazen.

Das neue Glockenspiel

Das neue Geläute besteht aus einer Glockenfolge von 51 Glocken mit den Tönen Bes0-C1-D1 chromatisch bis einschliesßlich D5. Das Gesamtgewicht dieser Glocken beträgt ungefähr 15.200 kg. Die Glocken hängen in einem Gestell aus Stahl. Die Klöppel bestehen aus rostfreien Stielen mit Klöppeln aus Manganbronze. Es sind ausgerichtete Schwinghebel verwendet worden. Für diesen Turm ist ein ganz spezielles Klavier entworfen worden, klassisch in der äußeren Erscheinungsform und angefertigt aus Eichenholz. Die Maßverhältnisse sind gemäß dem nordeuropäischen Maß mit einer Reihe von Anpassungen nach den Wünschen des Glockenisten Jo Haazen. Der Turm hat eine herrliche Lage auf einer Insel und wird jährlich von Millionen von Gästen besucht. Die Glockenspieler Jo haazen und Marina Nevskaya geben hier regelmäßig Konzerte.